Krankenversicherung für Erwerbstätige aus dem Ausland

Krankenversicherung für Erwerbstätige aus dem Ausland

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Relocation aktuell: Krankenversicherung für ausländische Arbeitnehmer und Expats in Deutschland

Neueinstellung eines Arbeitnehmers aus dem Ausland EU oder Drittstaat

Wer als Ausländer in Deutschland einer Beschäftigung bei einem inländischen Arbeitgeber nachgeht, also nicht durch Entsendung in Deutschland arbeitet, der ist in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert, es sei denn er verdient über der Beitragsbemessungsgrenze.

Dann kommt auch eine private Krankenversicherung in Frage. Entscheidet man sich trotzdem für eine gesetzliche Krankenversicherung, ist man dort freiwillig versichert. Alle anderen sind pflichtversichert. Eine spezielle Krankenversicherung für Ausländer gibt es hierzulande nicht.

Ausländer, egal ob aus der EU oder aus Drittstaaten, stellen bereits vor Arbeitsbeginn den Antrag auf Mitgliedschaft in einer Kasse der GKV, damit der Arbeitgeber vom ersten Arbeitstag an die Sozialversicherungsbeiträge korrekt abführen kann. Eine Bestätigung über die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung für Nicht-EU-Ausländer ist beim Besuch bei der Ausländerbehörde für die Beantragung des Aufenthaltstitels unverzichtbar. In diesem Termin muss der Krankenversicherungsschutz spätestens nachgewiesen werden. Die Krankenversicherungen stellen die entsprechenden Dokumente aus.

In immer mehr Fällen verlangen bereits die Botschaften bei der Visabeantragung einen Nachweis über das Bestehen einer deutschen Krankenversicherung für in Deutschland lebende Ausländer. Nach § 2 AufenthG muss der Ausländer – als Teil der sog. Lebensunterhaltssicherung – nachweisen, dass er über ausreichenden Krankheitsschutz verfügt. Solche Nachweise sind vor Einreise und Anmeldung in Deutschland von einer privaten Krankenversicherung schwer zu bekommen, von der GKV hingegen problemlos.

Neben der Krankenkasse muss der Arbeitnehmer aus dem Ausland dem Arbeitgeber seine Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) mitteilen, damit dieser das Arbeitsentgelt gemäß der hinterlegten Steuerklasse abrechnen und die Sozialversicherungsbeiträge korrekt abführen kann. Dieser erhält der Arbeitnehmer automatisch mit der Post an seine Meldeadresse, wenn er seine Anmeldung bei der für seinen Wohnort zuständigen Meldebehörde vorgenommen hat. Diese Steuer-ID, die man sein Leben lang behält, – muss man dem Arbeitgeber unverzüglich nach Erhalt mitteilen.

  • Zahl der Mitglieder in 100.000, 2017 (gerundet)

Quelle: Statista, 2018

Wie kann man Familienmitglieder kostenlos mitversichern?

Ausländer mit Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze werden heftig von den privaten Krankenversicherungen umworben, wenn sie sich in Deutschland versichern möchten. Davon ist nicht grundsätzlich abzuraten, aber zum einen sind Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen nicht wie bei der GKV beitragsfrei mitversichert (Familienversicherung nach § 10 SGB V) und zum anderen ist die Beitragsentwicklung in der Zukunft und mit steigendem Alter mit Risiken behaftet. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist praktisch nur bei sinkendem Einkommen möglich und ab einem Alter von 55 Jahren so gut wie unmöglich. Insofern ist meistens eine private Zusatzversicherung das probate Mittel, einen Versicherungsschutz über den Rahmen der GKV hinaus zu erwerben.

Wer im Rahmen des Antrags für einen Aufenthaltstitel als Spezialist oder mit der Blauen Karte EU bei der Krankenkasse, die er sich ausgesucht hat, einen Mitgliedschaftsantrag stellt, der muss, soweit er Familienangehörige mitversichern will, Heirats- und Geburtsurkunden sowie die zusätzlichen Antragsunterlagen zur Familienversicherung beifügen. Mitversicherte dürfen über kein eigenes Einkommen über 435,00 Euro (2018), bei Minijobs über 450,00 Euro (2018) verfügen. Alle auf diese Weise versicherten Personen erhalten eine eigene Gesundheitskarte.

Anders Consulting meldet Sie auf Wunsch bei jeder Krankenkasse an. Werden wir nach einer Empfehlung gefragt, verweisen wir auf die Techniker Krankenkasse, deren ServiceAusland bei Bedarf in über 14 Sprachen weiterhilft.

  • Ausgaben je Mitglied in € 2016
  • Einnahmen je Mitglied in € 2016

Quelle: Statista, 2018

Das Krankenversicherunsg-Glossar

Basistarif: Private Krankenkassen müssen einen Basistarif anbieten, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entspricht. Damit sollen Versicherte, die nicht in die GKV können, eine Versicherungsalternative bekommen, die dem Tarif der GKV entspricht.

Beitragsbemessungsgrenze: Der Bruttojahreslohn, bis zu dem Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung erhoben werden. Wer mehr verdient, kann in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln oder freiwillig in der GKV bleiben. Sie beträgt 59.400,00 Euro (2018).

Bindungsfrist: Versicherte müssen sich für 18 Monate an eine Krankenkasse binden. Danach kann man mit einer Frist von 2 Monaten zum Monatsende kündigen und wechseln.

Ersatzkassen: Eine Gattung innerhalb der GKV, in der man als Mitglied auch ein Wahlrecht hat, z.B. Barmer Ersatzkasse, die HEK, die HKK, die Hamburg Münchener Ersatzkasse, die HZK, die KEH, die KKH, die GEK und die Techniker Krankenkasse TK.

Gebührenordnung: Die von der KV zugelassenen Ärzte müssen sich an eine einheitliche Gebührenordnung halten. Privatärzte können davon abweichende Honorare vereinbaren. In der Gebührenordnung kann man also sehen, was man nach dem Kostenerstattungsprinzip von der Kasse bekommt, wenn man Selbstzahler sein möchte.

Gesundsheitsfonds: Alle Einnahmen der GKV werden im Gesundheitsfonds gesammelt. Die Kassen bekommen zur Erbringung der Leistungen Mittel aus dem Fonds. Benötigt eine Kasse mehr Geld, muss sie einen Zusatzbeitrag erheben, was eine Kasse für Versicherte unattraktiv macht.

GKV: Zu den gesetzlichen Krankenkassen gehören Allgemeinen Ortskrankenkassen, die Betriebs- und Innungskrankenkassen, Landwirtschaftliche Kassen, die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See sowie die Ersatzkassen.

Hausarzt: Versicherte suchen in der hausarztzentrierten Versorgung immer zuerst den Hausarzt auf, um die Behandlung zu koordinieren und ggf. an Fachärzte oder Kliniken überwiesen zu werden.

Heil- und Kostenplan: In der zahnärztlichen Versorgung muss man, um Leistungen der GKV zu bekommen, einen Kostenvoranschlag einholen. In diesem legt der behandelnde Zahnarzt detailliert die Leistungen und Kosten dar.

IGeL: Außerhalb der Leistungen der GKV oder des individuellen Wahltarifs bieten Ärzte den Versicherten sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an, die der Patient aus eigener Tasche zahlen muss. Der Arzt muss darauf hinweisen, dass hier zusätzliche Kosten entstehen. Typische IGeL sind die professionelle Zahnreinigung oder Magnetfeldtherapie.

Kassenärztliche Vereinigung (KV): Die KV sind nach Bundesländern aufgeteilt und erteilen Ärzten die Zulassung, die ambulante Versorgung von GKV-Patienten zu versorgen. Sie vertritt die Interessen der Kassenärzte und verhandelt die Behandlungshonorare.

Kostenerstattungsprinzip: Normalerweise legt der GKV-Versicherte seine Gesundheitskarte vor und Kasse und die KV rechnen miteinander ab. Jedoch kann man als Versicherter auch Kostenerstattung vereinbaren: Dann muss man die Leistungen vorfinanzieren und rechnet mit der Kasse später ab. Versicherte mit privater Zusatzversicherung wählen gern diese Alternative. Das Gegenstück bildet das Sachleistungsprinzip, bei dem direkt mit KVs, Krankenhäusern oder Apotheken abgerechnet wird. Das Wirtschaftlichkeitsprinzip bleibt jedoch bei der Kostenerstattung stets erhalten, d.h. die Kasse zahlt nicht mehr als beim Sachleistungsprinzip.

Krankengeld: Anspruchsberechtigte Mitglieder erhalten bei Arbeitsunfähigkeit 70% des entgangenen Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze als vorgeschriebene Regelleistung. Jedoch beträgt das Krankengeld nie mehr als 90% des entgangenen Nettoeinkommens. Vom Krankengeld sind Beiträge in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zu zahlen.

Krankenversicherungskarte: Meistens Gesundheitskarte genannt, weist nach, dass man in der GKV versichert ist und löste in den 90er Jahren den Krankenschein ab. Sie enthält persönliche Daten und erleichtert die Abrechnung zwischen Arzt und Kasse.

PKV: Die private Krankenversicherung steht Freiberuflern, Selbstständigen, Beamten und Beschäftigten offen, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. In der PKV bemessen sich die Beiträge nur nach dem Leistungsumfang, dem Gesundheitszustand und dem Alter des Versicherten. Das Einkommen spielt keine Rolle.

Satzungsleistungen: Eine Reihe von Kassen leistet mehr als der gesetzliche Rahmen der GKV vorschreibt. Dies ist jeweils in der Satzung der Kasse verankert, z.B. ambulante Vorsorgekuren, höhere Zuschüsse zur Rehabilitation oder die Finanzierung von alternativen Heilmethoden. Versicherte sollten sich genau anschauen, ob und welche Satzungsleistungen eine Kasse ohne Zusatzbeitrag anbietet.

Versicherungspflicht: Jeder Bundesbürger oder in Deutschland Lebende muss eine Krankenversicherung haben. Dies gilt auch für in Deutschland gemeldete Ausländer. Es gibt eine Einkommensgrenze, ab der man eine eigene Mitgliedschaft in einer Kasse erwerben muss und z.B. nicht kostenlos und beitragsfrei als Familienmitglied mitversichert ist.

Wahltarife: Viele Kassen bieten an, dass man einen Selbstbehalt vereinbart, um Beiträge zu sparen. Aber auch Zusatzleistungen wie Zahnersatz oder spezielle Krankenhausbehandlung werden angeboten.

Wirtschaftlichkeitsprinzip: Die GKV übernimmt nur Leistungen, die ausreichend und zweckmäßig sind und das Notwendige nicht überschreiten. Trotzdem sind die Leistungen für eine Pflichtversicherung im internationalen Vergleich gut. Viele Ausländer sind daher mit der GKV vollkommen zufrieden.

Downloads zum Thema Krankenversicherung für Beschäftigte, Selbständige und Studenten

Mitgliedschaftsantrag Berufstätige (Techniker Krankenkasse)

Mitgliedschaftsantrag Selbstständige (Techniker Krankenkasse)

Antrag Familienversicherung (Techniker Krankenkasse)

Mitgliedschaftsantrag für Studenten (Techniker Krankenkasse)

Leitfaden zum Ausfüllen des TK-Mitgliedschaftsantrags (Techniker Krankenkasse)

10 Facts zum Thema Krankenversicherung

Preisliste: Alle Services, alle Preise

So einfach geht das mit der Krankenkasse

Anders Relocation Global Relocation Services Global Mobility

“Auch beim Thema Krankenkasse sind die Hürden für die Einstellung von Ausländern in Deutschland eigentlich niedrig; vorausgesetzt man kennt sich ein wenig aus. Insofern wundern wir uns oft darüber, dass Arbeitgeber angesichts des Fachkräftemangels so viele bürokratische Hürden sehen. Aus unserer Sicht sind die Themen Aufenthaltstitel und Sozialversicherung relativ transparent und auch bei Inanspruchnahme eines Relocation Services gar nicht teuer:

Botschaftstermin vorbereiten + Beantragung und Beschaffung Arbeitserlaubnis + Beantragung des langfristigen Aufenthaltstitels + Anmeldung bei der Meldebehörde und bei der Krankenkasse kosten für ein allein stehendes Ehepaar aus dem EU-Ausland zusammen 860,00 Euro plus Umsatzsteuer. Können Sie sich vorstellen, wie viel Lauferei und Stress Sie sich sparen?

Das ist natürlich auch für einen Arbeitgeber durchaus Geld, aber im Vergleich zu den Kosten für das Recruitment fällt es kaum ins Gewicht. Meist sind schon die Tickets für die Einreise teurer. Und was ist es wert, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer die bürokratischen Probleme einfach ignorieren können und der Arbeitnehmer irgendwann einfach seinen ersten Tag hat?

Wir können es gar nicht oft genug sagen: Aus unserer Sicht bietet die Techniker Krankenkasse (TK) gerade Ausländern, die mit der hiesigen Gesetzgebung, Sozialversicherungsfragen und auch der deutschen Sprache nicht vertraut sind, den besten Service. Das gilt auch für deutsche Arbeitgeber in Bezug auf ausländische Arbeitnehmer und ganz besonders bei befristeten Entsendungen nach Deutschland oder ins Ausland! Nutzen Sie gern die nebenstehenden Downloads, um selbst oder für einen Mitarbeiter einen Mitgliedsantrag bei der TK zu stellen.”

Foto: Anders Consulting Global Relocation Service unter Verwendung von Fotolia Datei: #89191027 | Urheber: purplequeue

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